Bruno Gironcoli | Arbeiten auf Papier

26. November 2013 bis 31. Jänner 2014

RLB Kunstbrücke Innsbruck

Bruno Gironcoli nimmt im Feld der internationalen zeitgenössischen Skulptur eine einzigartige Stellung ein. Parallel zu seinem bildhauerischen Werk entstand auch ein eigenständiges grafisches Œuvre. Diesem widmet sich die RLB Kunstbrücke mit der aktuellen Präsentation. Kuratorin: Bettina M. Busse

  • Elektrische Tapeten, 1971

    Mischtechnik auf Papier, 103.5 × 158.5 cm Courtesy Galerie Hofstätter, Wien

  • Entwurf, 1974

    Mischtechnik auf Papier, 120 × 140 cm Privatbesitz

  • Entwurf, Löffelwand und Affe, 1998-91

    Mischtechnik auf Papier, 91 × 135 cm STRABAG Kunstforum, Wien

  • Porträt Christine Gironcoli, 1963

    Mischtechnik auf Papier, 40.5 × 36 cm Sammlung Liaunig

Bruno Gironcoli (Villach 1936 - 2010 Wien) wird in erster Linie als Bildhauer wahrgenommen. Spätestens seit seiner Bespielung des österreichischen Pavillons der Biennale in Venedig im Jahr 2003 haben sich seine rätselhaften Riesenskulpturen ins öffentliche Bewusstsein eingeschrieben. Weniger Aufmerksamkeit hingegen wurde bislang seinem umfangreichen grafischen Œuvre geschenkt. Auf dieses konzentriert sich die aktuelle Ausstellung.

Die Berliner Kuratorin und Gironcoli-Expertin Bettina M. Busse hat eine exemplarische Auswahl von 43 Papierarbeiten zusammengestellt. Es ist ein erster Versuch, einen aussagekräftigen Überblick von den Bleistiftzeichnungen aus den frühen 1960er Jahren bis zu seinen letzten großformatigen, malerischen Gouachen der 1990er Jahre zu zeigen und so auf deren herausragenden Stellenwert hinzuweisen.

„Die Arbeiten auf Papier begleiten Gironcolis bildhauerisches Schaffen, bereiten es vor und führen es weiter. Sie schaffen oftmals die imaginäre Welt, den Raum für die real existierenden Skulpturen und eröffnen, anders als die Skulpturen, Sinnzusammenhänge in diesem sehr komplexen Werk. Analog zur Bildhauerei werden die immer wiederkehrenden Leitmotive – Mensch, Tier und Maschine – in überraschende Zusammenhänge gebracht. Gironcolis bildliche Systeme offenbaren keine narrativen Zusammenhänge, sondern offerieren komplexe Denkgefüge rund um Themen wie polare Geschlechtlichkeit, Sexualität, Gewalt und Einsamkeit.“ (Bettina M. Busse)

Begleitend zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog mit Textbeiträgen von Bettina M- Busse und Peter Weiermair (88 Seiten).