Alexandra Kontriner
Insektarium

15. Oktober 2018 bis 14. Dezember 2018

RLB Atelier Lienz

Eröffnung: Freitag, 12. Oktober 2018, 19.00 Uhr

  • Nashornkäfer, 2018

    Aquarell, Bleistift auf Papier, 21x14,8 cm

  • Pferdebremse, 2014

    Aquarell, Bleistift auf Papier, 21x14,8 cm

  • Sumpfschnake, 2018

    Aquarell, Bleistift auf Papier, 21x14,8 cm

In filigranen Zeichnungen gibt die gebürtige Osttiroler Künstlerin Alexandra Kontriner einer Vielzahl an Insekten eine Bühne und die Darbietung lässt uns stauen.

Nützlich oder schädlich, lästig oder faszinierend, aber vor allem klein – Insekten sind die artenreichste Tiergruppe weltweit. Als Pflanzenbestäuber, Schädlingsbekämpfer und Futter für andere Tierarten bilden sie das Fundament eines gesunden Ökosystems. Aber wir kennen sie auch als Plage.

Auf Alexandra Kontriner (geb. 1980 in Lienz - lebt in Wien) üben die kleinen, unscheinbaren Kreaturen eine besondere Faszination aus. In ihrer 81-teiligen Werkgruppe Insektarium setzt sie in Bleistift-Aquarell einzelne tote Insekten mit einer unglaublichen Detailgenauigkeit in Originalgröße auf Papier.

"Indem ich die Insekten aus ihrem Umfeld nehme, quasi extrahiere, und sie ganz alleine auf ein weißes Blatt setze, gebe ich dem unscheinbarsten Wesen eine Bedeutung. […] Die genaue Darstellungsweise sehe ich auch als eine Art ‚Besinnung‘, als ein Innehalten – und vor allem als eine Einladung zum genaueren Hinsehen. Wir leben in einer wechselvollen Zeit mit einer enormen Bilderflut, der wir rund um die Uhr ausgesetzt sind (und der wir uns selber aussetzen). Meine Arbeit ist ein stiller Protest dagegen; deshalb als logische Konsequenz auch die Entscheidung, Tiere in Originalgröße wiederzugeben, mögen sie auch noch so klein sein", so Kontriner im begleitenden Ausstellungskatalog.

Ihr Insektarium repräsentiert die morbide Schönheit der Vergänglichkeit, es ist ein Blick auf das Vergessene, Verlassene, das Leben, das keines mehr ist. Zugleich schwingt aber auch das aktuell vieldiskutierte Insektensterben durch die Zurückdrängung von naturbelassenen Gebieten, die zunehmende Urbanisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft mit.

Ausgangspunkt für Kontriners Zeichnungen sind nicht nur eigene Fundstücke, sondern auch Exemplare aus fachspezifischen Sammlungen. Daher wird eine kleine Auswahl an realen Insekten, die in Osttirol vorkommen, als Leihgabe der naturwissenschaftlichen Sammlungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum präsentiert.

Zur Ausstellung erscheint der gleichnamiger Katalog mit einem Textbeitrag von Günther Oberhollenzer und einem Interview mit Alexandra Kontriner, geführt von Silvia Höller (64 Seiten).