Hubert Kostner I Schneewalzer

16. Oktober 2017 bis 19. Jänner 2018

RLB Atelier Lienz

Die mediale Vermarktung sowie der Freizeit-, Erlebnis- und Abenteuerwert der Berge spielen eine zentrale Rolle in den Arbeiten von Hubert Kostner. In diesem Sinne widmet sich der gebürtige Südtiroler mit einer Rauminstallation und Skulpturen dem Thema Skifahren.

  • Hubert Kostner, Ausstellungsansicht
  • Let it snow, 2012-17, Aluminium, 95x80x50 cm
  • Liftstübele, 2007-14, Mixed Media, 150x300x40 cm
  • Posta prioritaria, 2002, Lindenholz, Sprühlack, 21x39x17 cm

Hubert Kostner ist in Kastelruth in der Nähe der Seiser Alm aufgewachsen und lebt auch heute noch dort. Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas, Weltkulturerbe und einer der touristischen Anziehungspunkte in den Südtiroler Dolomiten. Für Kostner ist es naheliegend, sich mit seiner unmittelbaren Umgebung auseinanderzusetzen.

Mit Witz und Ironie nähert sich der 1971 in Brixen geborene Künstler in seinen Arbeiten der touristischen Verwertung der Bergwelt und konterkariert alpine Klischees. So überträgt er beispielsweise klassische Postkartensujets in geschnitzte Holzguckkästen, verarbeitet Skistöcke, Schneeschaufeln oder Elemente aus der Seilbahntechnik zu Skulpturen. Viele seiner Arbeiten sind als Aktionen oder Installationen angelegt und reagieren auf eine bestimmte räumliche Situation bzw. finden im Außenraum statt.

Für die Ausstellung hat Hubert Kostner eine Rauminstallation mit schwarzen Skisohlen, die wir umgangssprachlich eher Skibeläge nennen, realisiert. Wie Skispuren im Neuschnee ziehen sich diese an den weißen Wänden entlang und zeichnen abstrakte Muster in den Raum. „Die Vorstellung, dass jeder Skifahrer seine Spur hinterlässt, finde ich faszinierend. Skipisten sind so gesehen temporäre ‚Spaß- und Freizeitbahnen‘. Über die Farbe Weiß, die Farbe des Schnees und die Farbe der Wände, verbinde ich Kunst und Wintersport – mit der Absicht, Unsichtbares für einen Zeitraum zu verdinglichen“ (Hubert Kostner).

Ergänzt wird die Installation durch Skulpturen, darunter eine ironische Interpretation eines Gondellifts, Beispiele seiner bühnenartig geschnitzten Postkarten sowie einem Objekt aus Schneeschaufeln, das gleich einem Lampenschirm an der Decke hängt.

Zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog mit einem Textbeitrag von Günther Moschig und einem Interview mit Hubert Kostner, geführt von Silvia Höller (64 Seiten).