Sabine Groschup
Auf_Wühlend_Fühlend

14. Mai 2019 bis 07. Juni 2019

RLB Kunstbrücke Innsbruck

Sabine Groschup (geb. 1959 in Innsbruck - lebt in Wien) arbeitet seit über dreißig Jahren zwischen bildender Kunst, Film und Literatur. Ihre medienübergreifende Herangehensweise zeigt sich auch in ihrer aktuellen Ausstellung der RLB Kunstbrücke, die ausschließlich neue Arbeiten präsentiert.

  • 2.889 Briefkuvert-
    zeichnungen zum Aninationsfilm "Lieb Dich",
    RLB Kunstbrücke, 2019
  • Briefkuvertzeichnungen,
    Wandinstallation/Detail
  • In einer dunkeln Unendlichkeit, 2018

    aus dem Zyklus "213 Taschentücher der Liebe"

  • Musikteppich breiter, 2018/19

    aus dem Zyklus "213 Taschentücher der Liebe"

Sabine Groschups Werk ist äußerst vielseitig und reicht von Video- und Textilarbeiten über Fotografie, Klang- und Rauminstallationen. Diese große formale Experimentierfreude spiegelt sich auch in einem breiten thematischen Interessensfeld wider.

Der rote Faden ihrer Ausstellung in der RLB Kunstbrücke ist der Liebe gewidmet – eines der unerschöpflichsten Themen der Kunst, das im Wandel der Jahrhunderte immer wieder neu codiert wurde.

Dominiert wird die Schau durch die raumgreifende Präsentation aller Zeichnungen ihres neuen, erstmals gezeigten Animationsfilms Lieb Dich - für Groschup eine Liebeserklärung an den Liebesbrief. Dass für einen handgezeichneten Trickfilm unzählige Zeichnungen benötigt werden, wird entlang der 25 Meter langen Estrade des Ausstellungsraumes unmittelbar erlebbar. Wandfüllend finden sich dort die 2.889 Briefkuverts, auf denen die Künstlerin den Film gezeichnet hat.

Ergänzt wird dieses grafische Plädoyer für den handgeschriebenen Liebesbrief durch 29 Werke aus dem Zyklus 213 Taschentücher der Liebe, an dem Sabine Groschup seit 2018 arbeitet. Diese Stofftaschentücher unterschiedlicher Provenienz bestickt die Künstlerin mit eigenen Liebespoesien, die in Anlehnung an die „kombinatorische Drehscheibe“ des aus Mallorca stammenden Philosophen und Theologen Ramon Llull (13./14. Jh.) entstanden sind.

So wie Llull durch unterschiedliche Kombinationen verschiedener Begriffe zur Klärung von philosophischen und theologischen Fragen beitragen wollte, so verwendet Sabine Groschup ihre Version dieser Drehscheibe, um eine „Art Grammatik“ für Liebesgedichte zu entwickeln. Mit dem Drehscheibenobjekt in der Ausstellung können die BesucherInnen dann ihre eigenen Gefühlskombinationen „erdrehen“.

Zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog mit einem Textbeitrag von Silvia Eiblmayr und einem Gespräch mit Sabine Groschup, geführt von Silvia Höller (64 Seiten).