Kunstpreis 2016

15. November 2016 bis 27. Jänner 2017

Ausstellung:
Matthias Bernhard, Anna-Maria Bogner, Florian Hafele, Stefan Klampfer, Sophia Mairer, Anna M. Mitterer, Lucas Norer, Simona Obholzer, Patrick Roman Scherer, Annelies Senfter, Lukas Thaler, Micha Wille und Benjamin Zanon.

  • Bandit, 2016 Öl und Lack auf Papiergewebe, Stahlrohr, Magnete
    195 x 66 x 50 cm
  • Bandit, Giovanni, Fulgur, 2016 Installationsansicht
  • Giovanni, 2016 Öl auf Leinwand
    130 x 120 cm

Sophia Mairer

Malerei ist für Sophia Mairer ein durchlässiges Medium. Durch Schichten von Farbe und Leinwand hindurch ereignen sich die malerischen Prozesse. Sophia Mairer denkt Malerei als digitalen, flüssigen Vorgang, flüssig im materiellen wie im geistigen oder konzeptuellen Sinn. Giovanni, der Titel einer Arbeit, bezieht sich auf einen Vampirtintenfisch. Vampyroteuthis infernalis ist ein faszinierender Oktopus, der, ganz Sinnesorgan, seine Beute ertasten, erriechen, umschlingen oder mit einer Lichtwolke verwirren kann. Der Medientheoretiker Vilém Flusser hat diesem außergewöhnlichen Tier einen Aufsatz gewidmet, in dem er zusammen mit dem Zoologen Louis Bec eine darwinistisch geprägte Vorstellung vom menschlichen Dasein aus der Perspektive eines schleimigen Weichtieres, wie der Vampyroteuthis eines ist, beleuchtet. Flusser stellt mit diesem Text nicht nur die Hierarchie von wissenschaftlichen Ordnungen in Frage, sondern mehr noch, er spricht sich für einen ›Freedom of Spirit‹ aus, für die Freiheit, den Anthropozentrismus zu überdenken. Sophia Mairer nimmt einige Gedanken Flussers auf, sie gesteht Farbnebel, Schlieren und Tropfen, Formverdichtungen und Fraktalen in ihren Bildern und Objekten ein eigenes Leben zu, lässt sie wabern, fluten oder sich zusammenziehen.

Auszug aus dem Katalogtext von Eva Maria Stadler