Mythos Berg | Das Alpine in der aktuellen Kunst

15. November 2011 bis 05. Jänner 2012

RLB Kunstbrücke Innsbruck

Herbert Brandl, Balthasar Burkhard, Helmut Ditsch, Tomas Eller, Hamish Fulton, Andreas Gursky, Michael Höpfner, Axel Hütte, Hubert Kostner, Nino Malfatti, Cameron Martin, Brigitte Niedermair, Walter Niedermayr, Elmar Peintner Maria Peters, Gregor Sailer, Margherita Spiluttini, Benjamin Vogel

  • Andreas Gursky, Maloja, 1989

    Farbfotografie, 130 x 100 cm evn sammlung, Maria Enzersdorf

  • Broken wood mountain skyline, Dolomites, 2004

    Hamish Fulton Holz bemalt, 26 Teile, 44,7 x 20,7 x 0,8 cm Galerie Tschudi, Glarus

  • Elmar Peintner, Ohne Titel, OE NR. JE 332, 2011

    Bleistift auf Leinwand, 130 x 95 cm

  • Herbert Brandl, Ohne Titel, 2003

    Öl auf Leinwand, 400 x 290 cm Sammlung Thomas Angermair

Berge prägen seit jeher die Kultur unseres Landes. Waren früher vor allem erschwerte Lebensbedingungen damit verbunden, so ist der alpine Raum heute touristisches Markenzeichen und ökonomisches Kapital. Die Eroberung und Ästhetisierung des Gebirges haben auch Bilder geformt, die fest in unserem kollektiven Gedächtnis verankert sind und in denen Sehnsuchtsideale aus der Zeit der Romantik nachwirken.

Weltweit sind Berglandschaften seit langem Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, nicht nur in Bezug auf die Auswirkungen der Klimaveränderungen, sondern auch hinsichtlich ihrer religiösen, mythologischen und spirituellen Bedeutung bis hin zu differenzierten Analysen ihres Freizeitwertes. Auch in der Kunst fasziniert der Mythos Berg seit Jahrhunderten mit Schreckensvisionen und Erhabenheitsgefühlen. Aber wie Berge wahrgenommen und dargestellt werden, geht weit über diese gängigen Klischees hinaus. Die Bergwelt, besonders jene der Alpen, hat wie kaum eine andere Landschaftsform eine umfangreiche künstlerische Produktion hervorgerufen.

Unsere Ausstellung kann freilich nur streiflichtartig auf das umfassende Thema eingehen. Präsentiert werden achtzehn aktuelle künstlerische Positionen, die sich dem Thema inhaltlich auf verschiedene Weisen nähern und dabei auch unterschiedliche Medien verwenden. So wird der Berg in den monumentalen Tafelbildern von Herbert Brandl zur großen Metapher der Malerei. Für Hamish Fulton hingegen ist das Gehen Voraussetzung für seine Kunst. Seit den 1970er Jahren durchstreift der mehrmalige Documentateilnehmer große Gebiete in mehr als 25 Länder und verarbeitet das spirituelle Erlebnis seiner Wanderungen in unterschiedlichen künstlerischen Konzepten. Walter Niedermayr untersucht in seinen Fotografien seit Ende der 1980er Jahre die Auswirkungen unserer Freizeitkultur auf hochalpine Landschaftsregionen, während Hubert Kostner ironisch u. a. alpine Klischees verarbeitet. Für Elmar Peintner wird die zeichnerische Auseinandersetzung mit Schnee und Fels zur Reflexion über Zeitabläufe. Brigitte Niedermair widmet sich dem Berg Sinai, wo einst Moses von Gott die Zehn Gebote erhalten hat. Niedermair will diese Arbeit auch als kritische Hinterfragung dieser Werte im heutigen Kontext verstanden wissen. Dies sind nur einige Beispiele der Ausstellung, die spannende Aspekte des vielschichtigen Themas präsentiert.

Begleitend zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog mit einen einführenden Beitrag von Bettina Hausler und Kurztexten zu den KünstlerInnen von Silvia Höller, Lukas Madersbacher und Michael Rainer (88 Seiten).