Hans Weigand
After The Gold Rush

10. Mai 2016 bis 06. September 2016

RLB Kunstbrücke Innsbruck

Seit vierzig Jahren ist Hans Weigand ein Querdenker der Malerei. Nahezu alle zur Verfügung stehenden künstlerischen Ausdrucksformen bindet er in seinem Schaffen ein. Dieser Experimentiergeist führte den gebürtigen Tiroler zum Holzschnitt. Großformatige Druckstöcke stehen auch im Zentrum seiner Ausstellung in der RLB Kunstbrücke.

  • Abgeworfener Surfer aus dem 16. Jh., 2015

    Mischtechnik auf Holz
    Druckstock, 250 x 170 cm

  • Geisterwelle, 2016

    Mischtechnik auf Holz
    Druckstock, 125 x 170 cm

  • Surfer aus dem 16. Jh., 2015

    Mischtechnik auf Holz
    Druckstock, 125 x 170 cm

  • Z..., 2016

    Mischtechnik auf Holz
    Druckstock, 90 x 125 cm

"Die Auseinandersetzung mit Malerei bedeutet, in meinem Falle, die Grundlage der künstlierschen Arbeit. Auch wenn ich immer schon in einem crossover von und zwischen Objekt, Druckgrafik, Fotografie, Performance und Musik gearbeitet habe, ist meine künstliersche Praxis eine malerische", so Hans Weigand, der 1954 in Hall in Tirol geboren wurde und heute in Wien und im Burgenland lebt.

Das Bedürfnis nach Entschleunigung führte ihn in den letzten Jahren zum Holzschnitt, mit dessen Technik er sich in eigenwilliger Weise beschäftigt. Seine Werke sind die großformatigen Druckstöcke und selten die beim Holzschnitt üblichen Papierabzüge. Er bemalt zunächst die Holzplatten mit Aquarellfarbe und Tusche. Mit dem anschließenden teilweisen oder ganzen Herausschnitzen der Darstellung versucht er diese zu "schärfen" und schafft damit eine ungewohnte Ästhetik. Das Bildmotiv selbst entsteht - wie auch bei seinen Gemälden - in digitaler Bearbeitung. Zur Konstruktion dienen ihm Versatzstücke seines umfassenden Archivs von fotografischen Aufnahmen, welches er vor einigen Jahren mit zahlreichen Kupferstichen ergänzt hat.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Weigands trügerische Motive wie Wellen und Wellenreiter, die seit Jahrzehnten seine ständigen Begleiter sind. In ungewohnter Kombination von historischen und gegenwärtigen Vorlagen schäumen tosende Wogen und lassen Surfen durch die Lüfte fliegen. Diese stürzen ins Ungewisse, sind Synonym für Unabhängigkeit und Risikobereitschaft gleichermaßen. Dennoch ist ihnen oft Furcht und Schrecken ins Gesicht geschrieben, wenn die Brandung nach Brett und Reiter greift, um sie als Treibgut wieder auszuspucken. Weigand konterkariert das Image der Surferkultur, überzeichnet es mit antiken Mythologien und kippt die Kehrseite des ewigen Sommertraums hervor.

Zur Ausstellung erscheint der gleichnamige Katalog mit einem Textbeitrag von Silvia Höller und einem Gespräch mit Hans Weigand, geführt von Felicitas Thun-Hohenstein (64 Seiten).