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ZERO – Die europäische Vision – 1958 bis heute.

1957 trafen sich erstmals in Düsseldorf eine Reihe junger Künstler zu "Abendausstellungen". Es waren Künstler, die formal unterschiedlich arbeiteten, aber dennoch gemeinsame Interessen vertraten: Den Wunsch nach Objektivität, die Zurücknahme der eigenen Emotionen, die Vorliebe für das Serielle und das Raster, die Faszination durch die Kinetik und eine Neigung für die Monochromie, die durch den Kontakt mit Yves Klein einen ungeheueren Auftrieb erfuhr.

Ab der siebten "Abendausstellung" im April 1958 traten diese Künstler unter dem Namen ZERO hervor. Den Kern der ZERO-Gruppe, die aber nicht im klassischen Sinne eine Künstlervereinigung darstellte, bildeten Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker.

ZERO bedeutet nicht Zusammenbruch oder Nichts, sondern das Gegenteil: Aufbruch, Neubeginn.

Ebenso wie in Deutschland vertraten gleich gesinnte Künstler in anderen europäischen Ländern gleiche oder ähnliche Anliegen. So verbreitete sich diese Aufbruchstimmung von 1958–69 wie ein Netzwerk über ganz Mitteleuropa und es entstand eine kaum überschaubare Anzahl an Gemeinschafts- oder Einzelaktivitäten wie Publikationen, Projekte, Demonstrationen, Ausstellungen und Manifeste.

Begeistert durch die Eroberung des Weltraums wird der Raketenstart zum Sinnbild des Aufbruchs in eine neue Welt und inspiriert die Künstler, die Unendlichkeit, die Gleichzeitigkeit von Raum, Zeit, Bewegung, Licht und Farbe festzuhalten, wobei die Verwendung neuer Materialien und Techniken eine große Rolle spielt.

Die Sammlung Lenz Schönberg
Gerhard Lenz hat Mitte der sechziger Jahre begonnen, konsequent Werke des ZERO-Kreises zu sammeln. Sowohl der Sammler als auch alle in der Sammlung vertretene Künstler gehören noch zu einer Generation, die den "horror vacui" nach dem letzten Weltkrieg zutiefst verinnerlicht haben. Noch beschattet von teilweise verdrängten Erlebnissen gelang mit ZERO – der Stunde "null"– der Sprung aus den belastenden Fesseln der jüngsten Vergangenheit in eine weltoffenere, zukunftsorientierte künstlerische Vision.

Aus klassischer kunsthistorischer Sicht wird diese Phase eines neuen Aufbruchs in der Kunst immer noch als eine heute bereits abgeschlossene Phase europäischer Kunst seit den späten fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts interpretiert. In Wirklichkeit ist diese Kunst aber höchst aktuell und lebendig geblieben.

Die "Sammlung Lenz Schönberg" ist in diesem Sinne kontinuierlich mit der Weiterentwicklung von Kunst und Künstlern aus dieser Zeit in ganz Europa mit- und weitergewachsen.

Heute umfasst sie einen Sammlungsbestand von 49 Künstlern aus 14 ost-westeuropäischen Ländern mit weit über 500 Kunstwerken der "Monochromen Malerei", des "Nouveau Réalisme", "ZERO", "Nul", Konkreter Kunst, "Nouvelles Tendances", "Groupe de recherche d’art visuel", Kinetik, "Arte Programmata" u.a.

Der Sammler Gerhard Lenz im Gespräch mit Silvia Höller, künstlerische Leiterin von RLB Kunstbrücke
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Ausstellungsrundgang von Silvia Höller und Hannah Weitemeier, Kuratorin der Sammlung Lenz Schönberg
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Die Infobox bietet detaillierte Informationen zur Ausstellung. Interessante Berichte und Bildmaterial stehen zum Download als .pdf zur Verfügung.

Heinz Mack, Lamellenrelief, 1961, Aluminiumfolie, Holz,
130 x 103 cm

Günther Uecker, Kunstpranger "Aquarell", 1984 Baumstamm, Nägel, Farbe, Asche, Höhe 130 cm, Durchmesser
ca. 66 x 99 cm

Yves Klein, Schweißtuch "ANT SU 1", 1960 Körperabdruck in blauer, rosa und schwarzer Farbe auf Seide, 90 x 92 cm

Lucio Fontana, Concetto spaziale, 1957, Öl auf Leinwand, 93 x 73 cm

Otto Piene, Rauchbild, 1961, Öl und Rauch auf Leinwand,
111 x 111 cm

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