RLB Kunstbrücke ####
Ausstellungen     Architektur      Publikationen      Information & Kontakt

Eleonor Friedrich
Ernst Friedrich
Versuche eine eigene Sprache zu finden


14. März – 2. Juni 2006

Wenn wir Bilder als das Andere, das Dahinterstehende des Blickes begreifen, können wir die Momente des Fragmentarischen, des Details, des Raumes und der Fläche als Gestus einer Fokussierung des Blickes interpretieren. Das Künstlerpaar Eleonor und Ernst Friedrich arbeitet seit vielen Jahren in die Richtung einer solchen Schärfung unseres Sehens.

Eleonor Friedrichs Element ist die Farbe. In verschiedenen Techniken werden Mal- und Farbschichten auf Leinwandbahnen oder handgeschöpftem Reispapier aufgetragen, wieder weggenommen und neuerlich aufgetragen; Schichtung um Schichtung entfaltet sich ein optischer Parcours zarter oder kräftiger Strukturen. Ernst Friedrich hingegen bedient sich vorwiegend der grafischen Ausdrucksform. Die spielerische Auseinandersetzung mit Schrift und Zeichen bildet dabei eine immer wiederkehrende Konstante. Vielfach fungieren als Bildgrund Collagen von Schriftstücken, Geldscheinen und vor allem musikalischen Notenblättern oder Frontispizen, die er übermalt oder überzeichnet und dadurch eine weitere Perspektive situiert: das Spannungsfeld von Gegenständlichkeit und Abstraktion.

In den zahlreichen Gemeinschaftsarbeiten von Eleonor und Ernst Friedrich verschränken sich expressive Farbkompositionen mit feingliedrigen, kapillaren Tuscheverästelungen, scheinbaren Schriftzügen und emblematischen Zeichen mit zufällig Gefundenem. Ein Oszillieren von Schärfe und Unschärfe, von Harmonie und Unruhe, von Absenz und Präsenz.

 
Eleonor
und Ernst Friedrich

Ohne Titel, 2005
Mischtechnik
auf Papier
70 x 74 cm

„Die beiden Friedrichs sind ungemein verschiedene Persönlichkeiten und selbstverständlich äußern sie sich in ihrer Kunst entsprechend unterschiedlich. In ihren Gemeinschaftsarbeiten lassen sie jedoch eine harmonische Gesamtstimmung erkennen, sodass sie jeden Betrachter davon überzeugen können, wie wahr der Gemeinplatz von den einander anziehenden Gegensätzen sein kann“
(Gerbert Frodl, Direktor der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien)
  Infobox
  Zurück zur Ausstellungsübersicht