
Heinz Örley
Unsere Aufgabe war es, die Schalterhalle mit dem Beratungs- und Selbstbedienungsbereich, der Galerie und den Außenräumen der Raiffeisen-Landesbank Tirol in der Adamgasse in Innsbruck neu zu gestalten. Eine Wand, die durch die gesamte Bank läuft, trennt den Schalterbereich vom bankinternen Backoffice. Durch die Schrägstellung der Wand zur Achse der Schalterhalle wendet sich der Schalter dem Eingang zu, woraus sich eine klare und übersichtliche Situation ergibt. Die Weiterführung der Wand nach aussen schafft den Ansatz für die Gestaltung der Außenräume. Im Osten begrenzt sie die Arena, die sich als idealer Ort für Ausstellungen und Vorführungen anbietet.
Im Westen liegt der Eingang des Selbstbedienungsfoyers. Die Einbeziehung der Freiräume hebt die Trennung von Innen- und Aussenraum auf. Der hohe Eingangsbereich und der Blick auf die Galerie der Obergeschosse machen die Funktionszusammenhänge der Bank verständlich - das Erdgeschoß als Schalterbereich, die Obergeschosse für Kundenbetreuung und Verwaltung.
Die Galerie der Schalterhalle wird für Ausstellungen genutzt. Hierbei dient eine gläserne Brücke als Verbindung zwischen den beiden Galerien. Bei der Konstruktion dieser Brücke wurde Glas als tragendes Bauteil verwendet.
Die Neuorganisation der Schalterhalle erforderte wegen der Tiefe des Raumes ein grundsätzliches Überdenken der Belichtungssituation. Die ausgeführte Tageslichtlenkung hat entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung des Innenraumes und der Fassaden.
Prismensonnenschutzanlagen an der Ostund Westseite bewirken die Reflektierung der unerwünschten Sonneneinstrahlung, lassen jedoch diffuses Tageslicht ein.
Im Osten bewirkt eine zusätzliche Blendschutz- und Umlenkjalousie das Minimieren der Blendwirkung der Fensterfläche und die Umlenkung des Tageslichtes über eine Spiegeldecke in die Tiefe des Raumes, wodurch ein Ausgleich der Beleuchtungsstärken im Raum geschaffen wird.
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Konstruktion der Ost- und Westfassade
Wilhelm Hofer
Das statische System der beiden Glasfassaden ist so aufgebaut, daß das Eigengewicht der Fassade über die vertikal angeordneten Glasschwerter von oben nach unten in die Bodenplatte abgeleitet wird.
Die Glasschwerter sind aus 19 mm ESG im Mittelteil und zwei seitlich angeordneten 10 mm TVG-Gläsern hergestellt, wobei nur der Mittelteil als statisch wirksam angesetzt wurde. Zur Querstabilisierung der Glasfinnen ragt der Mittelteil circa 10 mm in die Glasfuge der vertikal angeordneten Isolierglasscheiben.
Die horizontalen Windlasten werden ebenfalls über die senkrechten Glasschwerter abgetragen, wobei diese geschoßweise an die Stahlkonstruktion abgestützt wurden. Zu diesem Zweck wurde in den horizontalen Glasfugen ein T-förmiges Stahlprofil angeordnet, das mittels Schrägstreben zu einem rahmenförmigen Tragwerk ergänzt wurde, so daß auch in Fassadenrichtung wirkende Horizontalkräfte aufgenommen werden können.
Die vor der Fassade angeordnete SonnenschutzKonstruktion wird über Hängestangen in den oberen Betonriegel eingeleitet und belastet die Fassade vertikal nicht, lediglich die aus dem Versatzmoment entstehenden Horizontalkräfte aus dem Eigengewicht der Sonnenschutzkonstruktion und die horizontal wirkenden Windkräfte auf die Sonnenschutzkonstruktion werden über die Fassade abgeleitet.
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Konstruktion der Glasbrücke
Wilhelm Hofer
Die Glasbrücke, die die Schalterhalle quert, ist circa 13 m lang und 1,6 m breit. Um die Abhängung in der bestehenden Stahlbetondecke verankern zu können, wurde eine Stahlkonstruktion im Zwischenraum zwischen bestehender Stahlbetondecke und abgehängter Decke ausgeführt. Mit dieser Unterkonstruktion werden die Lasten der Brücke so verteilt, dass sie in die bestehende Stahlbetondecke eingeleitet werden können.
Die Brücke ist als Trogbrücke ausgebildet. Die beiden Seitenwangen bestehen aus 2 x 19 mm ESG-Gläsern, die im Abstand von 3,90 m gestoßen sind und im Abstand von 1,30 m entweder mit Querträgern aus Glas oder Stahl verbunden sind. Im Glasstoß sind Laschen angeordnet, an denen die Abhängung eingebunden ist. Die Querträger aus Stahl sind jeweils bei den Abhängungen bzw. bei den Endauflagerpunkten ausgeführt. Die dazwischenliegenden Querverbindungen bestehen aus 2 x 15 mm ESG. Sie sorgen dafür, dass die Seitenwange der Brücke ausreichende Stabilität in horizontaler Richtung hat.
Der Gehbelag liegt auf den Seitenwangen bzw. den Querträgern vierseitig auf und besteht aus 6 mm ESG mit Litefloor Bedruckung, 19 mm Floatglas und 19 mm ESG. Als Belastungen werden das Eigengewicht der Brücke sowie 5,0 kN/m² Nutzlast zum Ansatz gebracht.
Um im Brandfall den Herabsturz der Brücke zu verzogern, wurde von der Behörde vorgeschrieben:
Die Brücke wird mit einer Wasserberieselungsanlage ausgestattet.
Die Glaskonstruktion der Br ücke sollte ihr Eigengewicht auch bei gerissenen Abhängungen mit der Sicherheit 1 übertragen können.
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