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"unbunt" im RLB-Atelier
30. Juni – 5. September


Die zweite Ausstellung des Jahres im Atelier der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG in Lienz ist eine Themenausstellung. Gezeigt werden Arbeiten von 16 Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit dem Thema „unbunt“ auseinandersetzen.

Arbeiten von Lois Anvidalfarei, Nanine Burkart, Otmar Eder, Gottfried Feldner, Leo Ganzer, Michael Hedwig, Ursula Mairamhof, Peter Niedertscheider, Zita Oberwalder, Ilse Pfeifhofer, Fritz Ruprechter, Lois Salcher, August Stimpfl, Fritz Tiefenthaler, Gerhard Wassnig und Dorothea Wimmer sind bis einschließlich 5. September im RLB-Atelier zu sehen. Kurator Prof. Georg Loewit hat eingeladen, sich mit dem Thema „unbunt“ auseinanderzusetzen und zu den folgenden Inhalten Stellung zu beziehen:

Sind Schwarz/Weiß/Grau Farben? – Aufsuchen von Orten in Schwarz/Weiß – Auf der Suche nach Schwarz/Weiß in der Natur – Das Arbeiten mit den Qualitäten der Farbe Grau – Welchen Wert hat der Grauwert? – Welche Nachrichten sind in Schwarz/Weiß/Grau verborgen? – Den Raum dieser freiwilligen Beschränkung beziehen – Ausloten der künstlerischen Möglichkeiten dieser "Basisfarben" – Wie viel "Unbuntes" kann ein Mensch ertragen?

Das Ergebnis dieser künstlerischen Auseinandersetzung zeigt sich vielschichtig in bildhauerischer Arbeit, fotografischen Annäherungen sowie malerischen und zeichnerischen Positionen. So zeigt Lois Anvidalfarei in seiner bildhauerischen Arbeit etwa einen Kopf mit zwei Händen, bei dem es "unbunt" nicht gibt, dem unbunt könne er sich nähern.

Zita Oberwalder ist mit einer Schwarz/Weiß-Fotografie von Paris vertreten und zitiert aus dem Text "Wie die Architektur zur Sprache kommt" von Martina Düttmann ("... denn im Grauen regen sich alle Ahnungen und Wirklichkeiten der vollkommensten Palette ...").

Lois Salcher beispielsweise schreibt unter seine Arbeit, die keinen Titel trägt: "Das Leben ist nichts, der Tod ist alles; dennoch existiert kein Tod unabhängig vom Leben."

Einzig die Arbeit "Schwarzer Engel" von August Stimpfl ist farbig gehalten und er meint dazu: "Unbunt – ein Bekenntnis zur Farbe".

"Die Beschränkung auf Schwarz und Weiß, im Denken eher Ausdruck einer geistigen Reduktion, wird hier im gestalterischen Bereich zu einer kreativen Herausforderung, die zu bemerkenswerten, eigenständigen Ergebnissen führt. Die Auseinandersetzung mit dem spannenden Gegensatz der "Nichtfarben" untereinander wirft die Frage auf, ob es den Begriff "unbunt" für den Künstler überhaupt gibt. Diese Frage beschäftigt Kunstschaffende aller Disziplinen – aus Literatur, Musik, Fotografie, Malerei, Grafik und Plastik. Bereits 1913 gab es in Wien eine internationale Schwarz-Weiß-Ausstellung, veranstaltet vom Akademischen Verband für Literatur und Musik mit Arbeiten von Egon Schiele, Gustav Klimt, Ernst Barlach und vielen anderen. In dieser freiwilligen Beschränkung liegt enormes kreatives Potenzial und ein Aspekt künstlerischer Abstraktion", sagt Prof. Georg Loewit, der Kurator und Künstlerische Leiter des RLB-Ateliers.

 
Anvidalfarei Lois
Roberta
2005/06
H 39,5 cm L 46 cm B 52 cm
Material: Gips
Sockel 100 x 40 x 40 cm Holz weiß

Otmar Eder
" Freizeit"
2005
74 x 51,5 cm
Zeichnung auf Papier

Gottfried Feldner
o.T.
2001
37,5 x 53 cm
Acryl/Hartfaser

Michael Hedwig
TEE
2008
100 x 80cm,
Acryl auf Leinwand
aus der Werkreihe „Die große Verwirrung“

Ursula Mairamhof
K84ft (Farbträger)
2008
120 x 90 cm
Acryl und Tusche auf Leinwand


August Stimpfl
Schwarzer Engel
2006
72 x 62 cm
Mischtechnik


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