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Peter Raneburger
it´s painful to see your own B O N E S

28. März bis 3. Juni 2011

Das RLB-Atelier in Lienz feiert heuer sein 10-jähriges Bestandsjubiläum. Das Ausstellungsjahr startet mit einer Personale von Peter Raneburger.

Die Erkenntnis um die eigene Unzulänglichkeit, die Bereitschaft jedes einzelnen von uns, sich jeglicher Form von Manipulation und Täuschung unsensibilisiert unreflektiert hinzugeben bilden das inhaltliche Ausgangsmotiv für die Bildarbeiten von Peter Raneburger, die zusammengefasst unter dem Titel „it´s painful to see your own Bones“ im RLB-Atelier gezeigt werden.

„Die ausgestellten Arbeiten entstanden zwischen 2009 und 2011 und sind Teil einer zyklisch wiederkehrenden Thematisierung und Offenlegung“, so die Kunsthistorikern Eleonora Bliem-Scolari in ihrem Textbeitrag zur Ausstellung.

Peter Raneburger, geboren 1967 in Zell am Ziller und aufgewachsen in Matrei in Osttirol, promovierter Philosoph und multimedial aktiver und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter Kunstschaffender, will kein moralisierendes Sittenbild unserer mehr oder weniger kritischen Gesellschaft vorführen. Vielmehr steht die bildnerische Aufarbeitung oftmals selbstverständlicher Misshandlungen, Vorverurteilungen und Entwürdigungen von Menschen und Eingriffe in die Rechte der individuellen Persönlichkeit im Zentrum seiner Intention.

Provozierend gewählte Titel, wie „ihr beschissenen (geistigen) insulaner“, „stigma V. prejudice (agreed)“ oder „(androgynous saint) transsexualität“ begleiten und verstimmen vertraute, vielfach für unsere visuellen Gewohnheiten adaptierte Bildsujets wie übertradierte sakrale Motive, unscheinbare Stillleben, verwundete, malträtierte, getötete Menschen oder sinnliche, unverfängliche Porträts. Mit dem Akt der Übermalung ändert sich nicht der inhaltliche Charakter des ursprünglichen Abbildes, sondern die Ebene der essentiellen Erkenntnis, dem Gewohnten keine kritische, vielleicht auch schmerzliche Hinterfragung zuzugestehen!

Abbild und Übermalung, Texte und schriftliche Notationen ermutigen Betrachterinnen und Betrachter zwischen den Ebenen weit blickend zu wählen und Schwächen zu überdenken.

Bones symbolisieren die Knochen als das Gerüst unseres Lebens, unserer Körper und nun im übertragenen Sinn als die persönlichkeitsinduzierte Grundstruktur jedes einzelnen von uns, dessen Erkenntnis der Fehlbarkeit fast sicher als Sinn erweiternder Prozess nachklingt.

Die Arbeiten im RLB-Atelier sind während der Banköffnungszeiten bis einschließlich 3. Juni zu sehen.

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Mi, Fr 8.00-12.15 Uhr und 14.00-16.00 Uhr
Do 8.00-12.15 Uhr und 14.00-17.30 Uhr


 
Die Infobox bietet detaillierte Informationen zur Ausstellung.

the breath of a belfast child
80,5 x 60,5 cm
2011
Digitaldruck, Collage, Trockenfarbe, Oilbar und Graphit auf Papier      

 Repro: Miriam Raneburger


ihr beschissenen (geistigen) insulaner
27 x 41,5 cm
2009
Collage, Trockenfarbe, Oilbar und Graphit auf Papier                                
Repro: Miriam Raneburger


stigma V . prejudice (agreed) 81 x 61 cm
2010
Digitaldruck, Collage, Trockenfarbe, Oilbar und Graphit auf Papier  
     
Repro: Miriam Raneburger


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