INFOBOX
"S 13 – Radierungen" im RLB-Atelier
Unter dem Titel „S 13 – Radierungen“ zeigt das RLB-Atelier in Lienz ab Montag eine Auswahl von Radierungen 12 internationaler Studentinnen und Studenten des Ordinariats „Graphik und druckgraphische Techniken“ von Professor Gunter Damisch sowie eine Arbeit ihres Assistenzprofessors Michael Hedwig. Damit tritt das RLB-Atelier erstmals mit der Akademie der bildenden Künste Wien in Verbindung. „Der gebürtige Lienzer Künstler Michael Hedwig wird als ‚Lehrender‘ präsentiert“, verrät Georg Loewit, Künstlerischer Leiter des RLB-Ateliers. Bis einschließlich 11. September sind die Arbeiten von Sami Alayouri (Syrien), Simina Badea (Rumänien), Stephanie Binding (Deutschland), Johanna Braun (Österreich), Lizzy Fidler (Österreich), Arianna Fleur (USA), Valentin Hirsch (Deutschland), Ianina Ilitcheva (Russland), Taline Kechichian (Libanon), Anna Mitterer (Österreich), Janine Pölzl (Österreich), Bartosz Sikorski (Polen) und Michael Hedwig (Österreich) ausgestellt.
Georg Loewit, Künstlerischer Leiter, über die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler im RLB-Atelier:
Sami Alayouri erzeugt einfache Räume. Er schneidet trapezförmige Kupferplatten, ätzt über die gesamte Fläche feine Aquatinta und schafft eine eindringliche Raumwirkung, indem er die mit schwarzer Druckfarbe gefärbten Platten, korrespondierend auf große Büttenbögen druckt.
Simina Badea bezieht sich in ihren akribisch durchgeführten Zeichengeflechten auf fernöstliche philosophisch-religiöse Text- und Bildwelten und erschafft, in der Anwendung von meist zwei Druckplatten, in Aquatinta und Linienätzung, eine zeitgemäße Reflexion. Die konzentrierte Durchführung entspricht einem meditativen Prozess.
Stephanie Binding legt ihre Landschafts- und Architekturporträts klassisch wuchtig an. In der Serie „Toter Acker“ macht sie einerseits jenen Teil der Natur spürbar, der durch Verbauung und Verbetonisierung „leidend“ verdrängt wird, um gleichzeitig die architektonische Leistung, als scheinbar dauerhaftes Denkmal der Zivilisation, zu feiern.
Johanna Braun thematisiert sich selbst. Spröde erscheint die Zeichnung im Aluminium, sanft im Kupfer. Kindheitsfotos bilden die Basis der Erkundung, Erinnerungen, konfrontiert mit den Ansprüchen der Kunstwelt.
Lizzy Fidler gibt in einfachen Linienzeichnungen, geätzt in Kupfer und bräunlichrot einfarbig gedruckt, eine Welt des Haushaltes wieder, mit irritierenden Details und subtil absurden Hinweisen demaskiert sie den idyllischen Alltags-Blick.
Arianna Fleur zieht uns zeichnerisch in vielschichtige Strandlandschaften und Vegetationsformen. Die in Kupfer verschiedenzeitlich geätzte Linie wird auf derselben Platte mit feiner Aquatinta flächig verräumlicht.
Valentin Hirsch hat für sich den Elefanten als komplexen Symbolträger gefunden und versteht die technischen Möglichkeiten der Radierung zu nutzen, um Oberflächen und verschiedenartige Materialitäten spürbar zu machen. Aquatinta- und Kaltnadelflächen bilden den adäquaten technischen Rahmen für das archaische Thema.
Ianina Ilitcheva hat in der Radierung ein breites Experimentierfeld entdeckt und nutzt vielfältig die technischen Möglichkeiten. Skripturales verbindet sich mit Porträthaftem, Zeitungsausschnitte oder bunte Papiere verbinden sich collagierend mit dem Büttenpapier und werden zu farblich intensiven Druckträgern ihrer spröde gezeichneten Radierungen und Zuckertuschen.
Taline Kechichian „umarmt“ in ihrer Arbeit „ihre Wirklichkeit“ und entwickelt in einer bildhaften Aneinanderreihung von Alltagsszenen eine Choreographie des „Miteinanders“. Die Individualität der Darsteller löst sich auf in der Anwendung flächig nuancierter Aquatinta und es bilden sich allgemein lesbare Muster. Die Kinder, das Paar, der Reigen.
Janine Pölzl widmet ihre kleinformatige Serie einem großen Thema. Stahlkonstruktionen als Ausgangsmaterial für ihre konzentrierten, sich über die Bildfläche spannenden und sich abstrakt abbildenden Welten. Der Themeninhalt findet in der Anwendung der mehrstufig geätzten Aquatinta sein adäquates Medium.
Anna Mitterer führt uns in die Welt einer verblassenden Erinnerung, die versucht, in bestimmten Details Gestalt anzunehmen. Eine vergessene Zeit. Nebeneinander konkretisierende und sich auflösende Zustände. In der Anwendung von Photospray werden traumhafte filmische Szenen suggeriert. Belichtung, Entwicklung, Ätzprozess und Abbildung im Druck sind technisch perfektioniert.
Bartosz Sikorski agiert mit Zufall und Kontrolle. Im Übereinanderdrucken von mit Grundfarben eingefärbten, flächig geätzten Aluminiumplatten schafft er Farbräume, die in seiner musikalischen Auseinandersetzung begründet sind und die auf Elemente der Digitalisierung wie Pixel, CMYK und RGB hindeuten.
Michael Hedwig ist als Assistenzprofessor mit der Arbeit „Seele III“ aus der Radierserie „Bewegungen der Seele I, II, III“ vertreten. Diese Werke entstanden 2005 als Begleitprojekt zur dreiteiligen Gemäldeinstallation in der U-Bahn-Station U3 Stubentor in Wien, als dokumentarische Reflexion in einer Zwischenphase der Realisierung des Großprojektes, das den Menschen als vielfältigen Energieträger thematisiert.
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| Die Infobox bietet detaillierte Informationen zur Ausstellung. Interessante Berichte und Bildmaterial stehen zum Download als .pdf zur Verfügung. |
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