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Leopold Ganzer
2. Juli bis 28. September 2007

Von der Malerei fasziniert, fühlte sich Leopold Ganzer herausgefordert, er wollte sich mit dem Fremden befassen und es verstehen, wollte der Moderne ihr Geheimnis entreißen.

Leopold Ganzer wurde 1929 in Südtirol geboren und lebte zwischen 1933 und 1952 sowie 1958 bis 1966 in Lienz. In den 50er Jahren wurde Ganzer in der Schweiz erstmals mit moderner Kunst konfrontiert und fand schwer Zugang zu diesen Arbeiten.

Er pendelte längere Zeit zwischen der Sicherheit des Genres der alten Meister und dem Neuland der Abstrakten, Expressiven und Symbolisten. Chagall, Klee und Kandinsky fesselten ihn mit ihren Werken, bis er ein Schlüsselerlebnis hatte, nämlich die Begegnung mit den Werken des Norwegers Edvard Munch. In Munchs Arbeiten sah Leopold Ganzer, dass man mit Malerei auch Erleben, Gefühle und Lebensinhalte wiedergeben kann. Nun fühlte der Künstler sich endgültig bestärkt, seinen Weg als Maler zu gehen.

Das Aktbild war der Ausgangspunkt für Ganzers aufkeimenden und sich immer stärker manifestierenden Konstruktivismus. Seine Werke aus dieser Zeit sind gekennzeichnet durch exakte Flächen, klare Begrenzungen und perspektivistische Körperhaftigkeit. Schon während des Schaffens verspürte Leopold Ganzer eine neue Kraft in sich aufbegehren: die Expression. Er hatte 1958 sein Studium in Wien mit Diplom und Staatspreis abgeschlossen und ging zurück nach Lienz, in die Berge, um hier Kraft zu schöpfen, sich künstlerisch weiterzuentwickeln, sich zu verändern.

1961 heiratet er die Kunsterzieherin Annemarie Zsak, 1963 wird sein Sohn Lovis geboren. Nachdem er sich intensiv um Ausstellungsmöglichkeiten für Osttiroler Künstler bemüht hat, wird er im Jahr 1964 Mitbegründer der Städtischen Galerie in Lienz. 1971 verlegt der Künstler seinen ständigen Wohnsitz nach Wien, wo er 1972 ein Atelier erwirbt. Von 1974 bis 1987 ist Ganzer auch als Bildnerischer Erzieher an der Kunstgewerbeschule Herbststraße in Wien tätig.

Die Ausstellung spannt den Bogen von Ganzers erster freier Skizze („Toni Waldhuber“, 1949) bis hin zu abstrakt empfundenen Landschaftsbildern aus dem Jahr 2005.

Exemplarisch für die einzelnen Entwicklungsperioden des Künstlers ist beispielsweise ein „Kubistischer Akt“ von 1955, eine konstruktive Arbeit von 1953, ein expressiv gehaltenes Selbstbildnis von 1955 sowie ein Porträt seines Sohnes Lovis aus dem Jahre 1965, bei dem der Weg zur Abstraktion ganz deutlich zu spüren ist. Der Kopf ist in malerische Flächen aufgelöst, das Porträt erschließt sich dem Betrachter erst nach der Suche des Profils.

Ergänzend zur künstlerischen Entwicklung bietet die Ausstellung Einblick in Stationen seines Lebens anhand von alten Schwarzweißfotografien. Besonders erwähnenswert ist die Aufnahme der Jugendmannschaft Rapid Lienz von 1947 sowie ein Bild mit Walchegger in der Lienzer Spitalskirche von 1956.

Hauptaugenmerk dieser Personale wird jedoch auf die jungen Arbeiten aus den letzten fünf Jahren gelegt. In diesem Spätwerk greift der Künstler noch einmal seine zentralen Themen von Fels und Berg, Landschaft und Garten auf. In einer abstrahierenden Formen- und Farbensprache befreit sich Ganzer gänzlich von seinem Naturvorbild und schon Geschautem. Er findet Kürzel für die noch zu spürenden Bildgegenstände und Fragmente der Natur. Die Farbigkeit dieser großformatigen Arbeiten auf Leinwand lässt seinen nochmaligen Aufbruch spüren.

Informationen zur Ausstellung:

Prof. Georg Loewit, Künstlerischer Leiter des RLB Ateliers
Tel. ++43 (0) 512/578256,
E-Mail: georg.loewit@aon.at

 

 


 
Die Infobox bietet detaillierte Informationen zur Ausstellung. Interessante Berichte und Bildmaterial stehen zum Download als .pdf zur Verfügung.
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